ons stad ist eine Kulturzeitschrift mit historischen und kulturellen Beiträgen zur gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt Luxemburg. Das Magazin wird seit Juni 1979 dreimal im Jahr in einer Auflage von inzwischen 52 000 Exemplaren kostenlos an alle Haushalte der Stadt verteilt. Verantwortlicher Redakteur von ons stad ist seit 1981 René Clesse. Diese Internetseite erlaubt es dem Benutzer, mit einer digitalen Suchmaschine sämtliche Ausgaben von ons stad nach Themen, Namen und Orten zu durchblättern. Und dank PDF-Format können auch sämtliche Beiträge samt Fotos in guter Qualität ausgedruckt werden.
Überall im Lande, aber vor allem in der Hauptstadt, explodieren seit Jahren die Preise für Immobilien. Da wird in der Millebaach beispielsweise ein graues Reihenhaus (Wohnfläche 220 qm, Gesamtgrundstück: 5,8 Ar) für 1,3 Millionen € angeboten. Ein Häuschen in Gasperich mit 101 qm Wohnfläche auf einem Minigrundstück mit Gärtchen bekommt man immerhin schon für 550 000 €. Und eine Wohnung in der Oberstadt ist für normal Sterbliche ohnehin nur noch Wunschdenken.
„Auch heute noch“, so Stadturbanistin Sonja Gengler, „kann man sich theoretisch für rund 500 000 € überall im Lande ein Einfamilienhaus bauen lassen.“ Aber leider braucht man dazu ein Grundstück. Im hauptstädtischen Viertel Belair etwa wechselt ein Ar Bauland (100 Quadrat-meter) derzeit für 250 000 € den Besitzer. Unbebaute Grundstücke sind auf dem Territorium der Stadt Luxemburg aber ohnehin ein rarer Artikel geworden. Was Wunder, dass massenweise Altbauten saniert oder abgerissen werden, um Appartementsblöcken zu weichen, bei denen der Architekt noch den letzten Quadratmeter als Nutz- oder Wohnfläche in sein Projekt mit einbezieht.
Der Preis eines Verkaufsobjekts ist der, welcher der Kunde bereit ist zu zahlen. Warum sind die Wohnungen also so teuer? Weil Leute da sind, die so viel dafür bezahlen können. Es gibt in Luxemburg eine reale kritische Masse an kaufkräftiger Bevölkerung, vor allem wegen der Banken, der EU-Institutionen und der Versicherungsfirmen. Diese wohlhabende Kundschaft siedelt sich nun auch im Pfaffenthal, im Grund, in Clausen oder Neudorf, also in tradi-tionell eher benachteiligten Vierteln an. Dieses Phänomen nennt man Gentrifizierung.